1. Reale Situation 2012: Alles Gute wird einfach abgeschaltet
Alles war für den getmysense-Launch Anfang 2013 vorbereitet. Sogar eine Gesetzesinitiative schien genau auf getmysense zugeschnitten zu sein. Doch bereits am Tag des Launch wurde der Server mit so heftigen Cyberangriffen attackiert, dass ich den Server mit altem Betriebssystem abschalten musste. In der 16 Jahren davor war der Server ohne nennenswerte Pausen immer online gewesen. Ein letztes Mal habe ich um wieder online zu gehen tief in meine Tasche gegriffen und die neuste Technologie mit den besten verfügbaren Sicherheitstools gekauft. Genützt hat es nichts.
2. Entwicklung ohne Behinderung: Was hätte sein können
Der Ansatz mit getmysense und der systematischen, nutzergesteuerten Kategorisierung von Inhalten hätte die KI-Entwicklung in der EU grundlegend verändert – und zwar auf mehreren Ebenen:
a. Datenhoheit und Trainingsdaten: Der entscheidende Hebel
Seit 2002 wären durch getmysense Milliarden von hochwertigen, händisch kontrollierten Kategorisierungsdaten entstanden. Diese Daten wären nicht nur quantitativ, sondern vor allem qualitativ überlegen gewesen:
- Themen zu Kategorien: Statt unstrukturierter Datenfluten hätte Europa eine semantisch aufbereitete Wissensbasis besessen – ideal für das Training von KI-Modellen, die auf Präzision und Kontextverständnis angewiesen sind.
- Autoren zu Gleichgesinnten: Die Vernetzung von Nutzern nach Interessen und Expertise hätte soziale Graphen geschaffen, die heute als Grundlage für Empfehlungssysteme und kollaborative KI-Anwendungen dienen würden.
- Europäische Werte eingebettet: Im Gegensatz zu den datengetriebenen, werbefinanzierten Modellen der US-Plattformen hätte getmysense von Anfang an Datenschutz, Transparenz und inklusive Wertschöpfung in den Mittelpunkt gestellt – genau die Werte, die heute im EU AI Act und bei europäischen KI-Unternehmen wie Mistral AI oder Aleph Alpha als Wettbewerbsvorteil gelten.
Folge: Europa hätte nicht nur mehr Daten besessen, sondern bessere Daten – und damit den entscheidenden Engpass für KI-Innovationen beseitigt.
b. Dominanz in der KI-Entwicklung: Warum Europa hätte führen können
- Früher Vorsprung bei strukturierten Daten: Die meisten KI-Durchbrüche (z. B. Deep Learning ab 2012) basieren auf großen, gut annotierten Datensätzen. Mit getmysense hätte Europa diese Ressource bereits ein Jahrzehnt früher kontrolliert – und damit die Abhängigkeit von US-Datenmonopolen vermieden.
- Open-Source- und B2B-Fokus: Europäische KI-Unternehmen setzen heute erfolgreich auf Industrieanwendungen, Explainable AI und datenschutzkonforme Lösungen – genau die Stärken, die getmysense durch seine nutzerzentrierte, kategorisierte Wissensbasis gefördert hätte.
- Verhinderung des „Brain Drain“: Statt dass europäische KI-Talente zu Google oder Meta abwanderten, hätte ein europäisches Ökosystem mit lokaler Wertschöpfung (wie im EU-D-S-Konzept angestrebt) die besten Köpfe gehalten .
c. Wirtschaftlicher Impact: Was Europa entgangen ist
Die fehlende Datenhoheit und Plattformabhängigkeit kostete Europa seit 2002 nicht nur Innovationskraft, sondern auch konkrete Wertschöpfung:
- Verlorene KI-Marktchancen: Allein zwischen 2013 und 2023 flossen 486 Milliarden US-Dollar in US-KI-Unternehmen – europäische Start-ups erhielten nur 76 Milliarden. Mit getmysense als Datenbasis hätte Europa 1.000 dynamische Monopole hervorgebracht, in denen ein optimaler Schutz gegen die Gatekeeper und Schutz der Investitionen trotzdem einen ständigen Zufluss neuer Ideen und Innovatoren ermöglicht, statt nur Zulieferer für US-Konzerne zu sein.
- Plattformgebühren und Datenabflüsse: Durch die Dominanz von Google, Amazon & Co. entgingen der EU seit 2012 jährlich dutzende Milliarden an Plattformgebühren, Werbeeinnahmen und Cloud-Dienstleistungen – Geld, das in lokale Innovationen hätte fließen können.
- Regulatorische Kosten: Die heutige Notwendigkeit, den Digital Markets Act und EU AI Act durchzusetzen, ist auch eine Folge der versäumten Chance, frühzeitig eigene, faire Plattformen aufzubauen. getmysense hätte diese Regulierung überflüssig gemacht – durch dezentrale Kontrolle und nutzerzentrierte Wertschöpfung von Anfang an.
d. Gesellschaftliche Wirkung: Demokratie statt Digitalautokratie
Das Konzept hätte nicht nur wirtschaftliche, sondern auch demokratische Effekte gehabt:
- Gegen die „Attention Economy“: Statt dass Algorithmen Nutzer in Filterblasen und Polarisierung treiben (wie bei Facebook oder YouTube), hätte getmysense durch themenbasierte Vernetzung den öffentlichen Diskurs gestärkt – ein Gegenmodell zur heutigen Desinformationskrise.
- Inklusive Teilhabe: Die Vision, alle Bürger in die Wertschöpfung einzubinden, wäre Realität geworden: Statt dass wenige Tech-Giganten die Gewinne abschöpfen, hätten Nutzer direkt von ihrer Daten- und Wissensarbeit profitiert – ein Kernanliegen des EU-D-S-Projekts.
3. Blick aus der Zukunft (2026): Ist es zu spät, etwas zu verändern?
Fazit: Europa hätte die KI-Ära anführen können!
Ja, mit getmysense wäre Europa heute der globale Leader in vertrauenswürdiger, nutzerzentrierter KI. Die Kombination aus strukturierten Daten, europäischer Werteorientierung und inklusiver Plattformökonomie hätte nicht nur die Abhängigkeit von US-Gatekeepern beendet, sondern auch ein nachhaltigeres, demokratischeres Digitalzeitalter eingeläutet.
Was jetzt? Die aktuellen europäischen KI-Erfolge (Mistral AI, Aleph Alpha, EU AI Act) zeigen, dass der Ansatz funktioniert – doch der Vorsprung der USA ist enorm. Die Frage ist: Kann Europa die verlorene Zeit aufholen, indem es heute auf Konzepte wie getmysense, EU-D-S und Trusted WEB 4.0 setzt? Oder wird der Kontinent weiterhin nur Regulierer statt Gestalter der digitalen Zukunft sein?
Wesentlich für die Annahme durch die Bürger ist der Aufbau von Vertrauen. Nur wenn einerseits die EU die in diesem Blog geschilderten Versäumnisse der fehlenden Rechtstaatlichkeit anerkennt und andererseits zumindest versucht, die Verursacher wie auch das Land NRW zur Rechenschaft zu ziehen, werden die EU Bürger das Vertrauen in die europäische Digitalisierungskompetenz wiedererlangen. Vertrauen in Kombination mit der konsequenten Umsetzung von Kennzahlen zur gesellschaftlichen Strukturrelevanz, welche die EU Werte und Lebensqualität festhalten, werden wir ein autonomes digitales Europa schaffen können.
4. GAP 2012: Wenn Wegschauen strafbar wäre, würden uns heute die Politiker fehlen:
Übertrag aus den Vorjahren:
- 2000: Mannesmann-Übernahme – 133 Mrd. Euro (Verlust europäischer Souveränität)
- 2001–2007: Arbeitslosigkeit durch GraTeach-Blockade – 18 Mrd. Euro
- 2004–2006: Umsatzverluste durch US-Plattformen – 54,3 Mrd. Euro
- 2003–2009: Vertrauensverlust in Wirtschaft & Digitalisierung – 2.566 Mrd. Euro
- 2008: Finanzkrise (10 % von 5,1 Billionen) – 510 Mrd. Euro
- 2009: Cyberschäden – 24 Mrd. Euro
- 2011: Cyberschäden – 9 Mrd. Euro
- 2010: Falsche Digitalstrategie – 70,5 Mrd. Euro
- 2010: BIP-Einbruch in der EU – 200 Mrd. Euro
- 2011: Cyberschäden – 9 Mrd. Euro
GAP 2012:
- Vertrauensverlust (6 % des BIP 2012: 12.9 Billionen) – 774 Mrd. Euro
- Flame Cyberangriffe (30 % von 80 Mrd.) – 24 Mrd. Euro
Gesamt-GAP 2012: 4382,8 Mrd. Euro
Quellen:
- Gesetzesinitiative
- getmysense
- Cyberangriffe auf Server
- Server Abschaltung
- Wieder Online gehen
- Überwachung der US-Regierung
- GraTeach
- EU-D-S
- HubSpot: Europäische KI-Alternativen und Marktentwicklung
- Statista: KI-Investitionen USA vs. Europa
- TechZeitGeist: Europäische KI-Stars
- Data Unplugged: Europäische KI-Modelle und digitale Souveränität
