2030- Digitale solidarische Verteidigung gegen Autokratien

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ethische Bedenken beim Einsatz autonomer Waffen berücksichtigt werden können, sofern Trusted WEB 4.0 zum Einsatz kommt.

1. Wahrscheinliches Szenario ohne Trusted WEB 4.0 – Prognose

Drohnen in militärischen Konflikten bis 2030: Technologische Dominanz und autokratische Macht

Bis 2030 wird der globale Markt für Militärdrohnen auf ca. 22,8 Mrd. EUR (umgerechnet aus 22,81 Mrd. USD) geschätzt, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 7,6 %. Technologische Fortschritte wie autonome Navigation, Schwarmintelligenz, Tarnkappenfähigkeiten und präzise Bewaffnung ermöglichen es autokratischen Staaten wie China, Russland und Iran, Drohnen strategisch einzusetzen, um militärische Kontrolle und politische Unterdrückung zu verstärken.

Technologische und strategische Entwicklungen

Autonome Systeme: Moderne Militärdrohnen sind mit KI, Maschinenlernfähigkeiten und autonomen Navigationssystemen ausgestattet, die Aufgaben wie Überwachung, Aufklärung und Zielüberwachung mit minimaler menschlicher Intervention durchführen. Bis 2030 werden Drohnen durch fortschrittliche Materialien und Designmerkmale (z. B. Radar-, Wärme- und akustische Tarnung) noch schwerer erkennbar sein.

Schwarmdrohnen: Die Fähigkeit, Drohnen in Schwärmen einzusetzen, erhöht die taktische Flexibilität und Schlagkraft. Autokratische Akteure nutzen Drohnen für Überwachung, gezielte Angriffe und logistische Unterstützung, insbesondere in asymmetrischen Kriegen, Bürgerkriegen und der Terrorismusbekämpfung.

Ethische und humanitäre Risiken

Autonome Waffen: Die zunehmende Autonomie wirft ethische Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf Drohnen, die ohne menschliche Kontrolle tödliche Entscheidungen treffen. Dies könnte zu einer neuen Ära der Kriegsführung führen, in der Algorithmen über Leben und Tod entscheiden.

Humanitäre Folgen: Ohne demokratische Gegenmaßnahmen (z. B. internationale Regulierungen, Abwehrsysteme, Sanktionen) könnte der ungehinderte Einsatz von Drohnen zu einer Destabilisierung der globalen Sicherheit führen. Risiken umfassen:

  • Zunahme ziviler Opfer durch Drohnenangriffe in besiedelten Gebieten.
  • Psychologische Belastungen durch permanente Überwachung (z. B. in China, Russland, Iran).
  • Machtverschiebungen: Autokratische Staaten könnten ihre militärische Überlegenheit ausbauen und globale Konfliktzonen dominieren.

Autokratische Strategien und Fallstudien

China: Führend in der Entwicklung von schwarmfähigen Drohnen, autonomen Zielsystemen und Langstrecken-Marineluftfahrzeugen. Drohnen werden für militärische Operationen, Überwachung der eigenen Bevölkerung und Unterstützung verbündeter Regime genutzt.

Russland und Iran: Setzen Drohnen zur Überwachung politischer Opposition (z. B. biometrische Gesichtserkennung, KI-gestützte Bewegungsanalyse) und zur Kontrolle der Bevölkerung ein. Iran nutzt Drohnen in geopolitischen Konflikten außerhalb seiner Grenzen.

Fallstudien:

  • Operation Spiderweb (Ukraine): Erfolgreicher Einsatz von Drohnen zur Zerstörung russischer Langstreckenbomber.
  • Operation Rising Lion (Israel): Kombination aus elektronischer Kriegsführung und präzisen Drohnenangriffen gegen iranische Kommandozentralen.

Geopolitische und ethische Konsequenzen

Verschiebung der Machtverhältnisse: Die unkontrollierte Verbreitung von Drohnentechnologien könnte das globale Machtgefälle zugunsten autokratischer Staaten verschieben, die über fortschrittliche Drohnen verfügen. Dies könnte zu einer neuen Weltordnung führen, in der autokratische Regime ihre Einflussnahme ausbauen und demokratische Prinzipien untergraben.

Rolle der Gatekeeper: KI-gesteuerte Systeme in sozialen Medien und Nachrichtenplattformen manipulieren die öffentliche Meinung und untergraben die demokratische Meinungsbildung. Die Kontrolle des Informationsflusses wird zunehmend von Algorithmen übernommen, die bestimmte Agenden fördern oder Informationen unterdrücken.

Autokratien und Gatekeeper im digitalen Zeitalter

Bis 2030 hat sich der Anteil autokratisch regierter Staaten auf über 56 % der globalen Staatszahl erhöht, wobei 38 % als hochrepressive Diktaturen oder zerfallende Staaten gelten (Bertelsmann Stiftung, 2026). Diese Entwicklung wurde durch geopolitische Spannungen (z. B. Ukraine-Krieg) und die strategische Nutzung digitaler Technologien beschleunigt. Autokratien kontrollieren nun über 26 % der globalen Wirtschaftsleistung (IW, 2022), was ihnen zusätzliche Ressourcen für den Ausbau ihrer Macht verschafft.

KI als zentrales Werkzeug der Kontrolle

Überwachung und Zensur: Autokratische Regime nutzen KI in großem Maßstab, um soziale Medien zu überwachen, Desinformation zu verbreiten und Zensur zu automatisieren. „Souveräne KI“ ist in Ländern wie China und Russland direkt in die digitale Infrastruktur eingebettet und ermöglicht eine lückenlose Kontrolle des öffentlichen Diskurses (Journal of Democracy, Democratization, 2026).

Algorithmische Gatekeeper: Soziale Medien und Nachrichtenplattformen werden durch KI-gesteuerte Algorithmen dominiert, die Inhalte nach Engagement-Metriken kuratieren. Dies führt zu Polarisierung, Fehlinformation und einer Untergrabung der journalistischen Autonomie (bpb, 2025, DGAP, 2025).

Wirtschaftliche Macht: Autokratien wie China, Saudi-Arabien und die Türkei nutzen ihre wirtschaftliche Stärke, um in KI-Überwachungstechnologien (z. B. Gesichtserkennung, Predictive Policing) zu investieren und regionale KI-Ökosysteme aufzubauen (FSI Stanford, 2024).

Technologische Entwicklungen bis 2030

Generative KI wird von 71 % der Organisationen implementiert, was die Erstellung von Inhalten, Software und Produktdesign revolutioniert (Forbes, 2024).

Autonome KI-Agenten erledigen komplexe Aufgaben eigenständig und steigern die Produktivität um 15–30 %.

Künstliche Intelligenz der Dinge (AIoT) ermöglicht präventive, adaptive Systeme mit einem globalen Marktvolumen von ca. 155 Mrd. EUR (umgerechnet aus 168,69 Mrd. USD).

Unsichtbare KI trifft Entscheidungen ohne direkte Benutzerinteraktion (Marktvolumen: ca. 91 Mrd. EUR bis 2029, umgerechnet aus 99,52 Mrd. USD).


2. Entwicklung mit breiter europäischer Unterstützung des Trusted WEB 4.0

Ich sehe, dass Trusted WEB 4.0 bereits 2014 die Annexion der Krim hätte verhindern können, indem es Exilruss:innen als Pat:innen und Russ:innen im Widerstand vernetzt hätte.
Finnland zeigt, wie kollektive Verteidigung funktioniert: Jede:r Bürger:in ist eingebunden, und dieses Bewusstsein schützt das Land. Genau das hätte ein bürgerzentriertes EU-D-S mit digitaler Teilhabe erreicht.

Der Ukraine-Krieg hat gezeigt, dass moderne Kriege nicht mehr nur durch militärische Stärke, sondern durch Angriffe auf kritische Infrastrukturen und politische Symbole geführt werden. Cyberangriffe und Drohnen sind günstig und effektiv, während Geheimdienstoperationen riskant und begrenzt sind.

Das WAN-anonyme Exilpat:innen- und Widerstandsbürger:innen-Konzept von Trusted WEB 4.0 hätte den Vorteil, dass es in Autokratien viele „Augen und Ohren“ gibt. Die Kommunikation erfolgt verschlüsselt über Pat:innen, wobei der Schlüssel nicht über das Internet übermittelt wird.
Da alle rein internetbasierten Verschlüsselungen mit fortgeschrittener KI geknackt werden können, wäre dieses System resistent gegen Unterwanderung.

Seit 2002 hätten sich Bürger:innen in 2.500 Sprachen über getmySense vernetzen können. Eine solche widerstandsfähige Community hätte jede Autokratie fürchten müssen. In den letzten 28 Jahren wären viele autokratische Angriffe abgewehrt worden, und die dezentrale digitale Verteidigungsinfrastruktur hätte Autokratien davon abgehalten, Angriffe zu wagen – aus Angst, dass abgewehrte Angriffe als Überlegenheit des demokratischen Systems wahrgenommen werden.

3. 2026: Schwierig, aber noch machbar

Man möchte der Politik am liebsten zurufen: „Ihr wisst es doch, warum tut ihr nichts?”

Ich beobachte, dass die deutsche Politik 2025 noch zögerte, sich in den Ukraine-Krieg einzumischen. Inzwischen ist die Stationierung eigener Raketenabwehrsysteme in der Ukraine selbstverständlich.

Ich kann nicht vorhersagen, wie schnell das EU-D-S über eine europäische Aufbruchstimmung hinaus wesentliche Marktanteile erreicht. Doch eines ist sicher: Autokratische Systeme werden eine demokratische digitale Entwicklung nicht hinnehmen, da ihr Einflussbereich direkt bedroht wird.
Wir befinden uns bereits seit Jahren in einer kriegsähnlichen digitalen Auseinandersetzung.

In der vordigitalen Gesellschaft vermittelten Demokratien ihren Bürger:innen ein hohes Sicherheitsgefühl. Doch Autokratien betrachten uns bereits als Kriegsgegner:innen. Jede zentrale Infrastruktur und Planung birgt das Risiko, vom Gegner erkannt und angegriffen zu werden.

Die einzige Lösung: Dezentrale Infrastrukturen, in die jede:r Bürger:in eingebunden werden kann. Digitale Autokratien erfordern eine Verteidigung, die mit Wahrscheinlichkeiten rechnet. Nicht mehr Überwachung, sondern Vertrauen in die Bürger:innen ist der Schlüssel. Die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Bürger:innen Schaden anrichten, muss geringer sein als das Risiko, dass zentrale Systeme gehackt werden.

Ich schlage in Erweiterung meines Vorschlags aus 2022 mit dem Beschlussvorschlag gegen den Ukrainekrieg eine Aufteilung der Kompetenzen vor, um Drohnenangriffe abzuwehren und gleichzeitig die Verteidigung zu demokratisieren:

  1. Militär: Hierarchische Befehlskette, Verantwortung für Wartung und Platzierung von Drohnen, Freigabe eines Pools für zeitlich und regional begrenzte Angriffe.
  2. Digitale Wehrpflichtige: Kurze Grundausbildung, Spielraum, Drohnen auf bekannte Ziele abzufeuern – ohne zu wissen, wo sich die Drohnen vor dem Start physisch befinden. So sind Manipulationen ausgeschlossen. Im Ukraine-Krieg fehlen derzeit Soldaten, die für die komplexe Steuerung von Drohnen qualifiziert sind. Wenn jedoch Wehrpflichtige die Steuerung aus der Ferne übernehmen können, finden sich in Teilzeit neben ihrem Job genug Spezialisten (auch Frauen).
  3. Paten: Bewertung von Informationen der Widerstandskämpfer:innen und Weitergabe an die Wehrpflichtigen.
  4. Widerstandskämpfer:innen: Beliebig viele können aufgebaut werden. Jede:r, die/der auch nur einmal ein strukturrelevantes Ziel identifiziert, leistet einen risikoarmen, aber effektiven Beitrag.
  5. KI: Unterstützt bei der Plausibilitätsprüfung und Optimierung von Angriffen – die finale Entscheidung bleibt jedoch immer beim Menschen.

4. Trusted WEB 4.0 Bonus 2030: Bürger vertrauen auf eine Verteidigung, an der sie teilhaben.

Übertrag aus den Vorjahren:
Ich gehe davon aus, dass das EU-D-S 2027 gegründet wird.
Der GAP-Betrag aus 2026 in Höhe von €45.742,8 Billionen wird ab 2027 jährlich um den Trusted-WEB-4.0-Bonus reduziert.

Trusted WEB 4.0-Bonus:

Der Trusted WEB 4.0-Bonus für 2030 wird auf 12 % des geschätzten EU-BIP 2029 (ca. €20,88 Billionen)
geschätzt. Der Bonus beträgt somit ca. €2,51 Billionen und würde den GAP-Betrag um diesen Wert reduzieren.

  • Trusted WEB 4.0 Bonus 2027: €900 Mrd. (5% of EU GDP 2027: €18,00 Billionen)
  • Trusted WEB 4.0 Bonus 2028: €1,85 Billionen (10% of EU GDP 2028: €18,50 Billionen)
  • Trusted WEB 4.0 Bonus 2029: €2,28 Billionen (12% of EU GDP 2029: €19,00 Billionen)
  • Trusted WEB 4.0 Bonus 2030: €2,51 Billionen (12% of EU GDP 2029: €20,80 Billionen)

Total Trusted WEB 4.0 Bonus: €7,54 Billionen

Entwicklung der Gatekeeper (Google, Amazon etc.):

2025: Google (ca. €300 Mrd.), Amazon (ca. €600 Mrd.)
2026: Google (ca. €320 Mrd.), Amazon (ca. €650 Mrd.)
2027: Google (ca. €340 Mrd.), Amazon (ca. €700 Mrd.)
2028: Google (ca. €360 Mrd.), Amazon (ca. €750 Mrd.)
2029: Google (ca. €380 Mrd.), Amazon (ca. €800 Mrd.)
2030: Google (ca. €400 Mrd.), Amazon (ca. €850 Mrd.)

Ereignisse in Europa, die sich mit EU-D-S verändert hätten:

  • 2014: Verhinderung der Annexion der Krim durch frühzeitige digitale Vernetzung von Widerstandskräften.
  • 2016: Abwehr von Desinformationskampagnen während der US-Wahlen und des Brexit-Referendums.
  • 2020-2022: Schnellere und effektivere Reaktion auf die COVID-19-Pandemie durch dezentrale Datenverarbeitung.
  • 2022-2024: Stärkere Widerstandsfähigkeit gegen Cyberangriffe auf Energie- und Gesundheitsinfrastrukturen in der Ukraine.
  • 2025-2030: Verhinderung von Wahlmanipulationen in europäischen Ländern durch sichere digitale Abstimmungssysteme.

Trusted WEB 4.0-Technologien wie
Finder (1999),
getmysense (2002),
GISAD (2003),
EU-D-S (2004)
und
WAN-Anonymität (2007)
hätten ohne Behinderung als Grundlage für eine europäische digitale Alternative gedient.


Europäische Quellen

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