1. Die reale Situation im Jahr 2022: Kein proaktives Konzept gegen hybride Bedrohungen.
Ich erlebe 2022 ein Europa, das in einer defensiven Haltung verharrt. Die digitale Abhängigkeit von den Gatekeepern – Google, Amazon, Meta – ist längst Realität. Gleichzeitig eskaliert der Ukrainekrieg, der nicht nur militärisch, sondern vor allem digital geführt wird: Desinformation, Cyberangriffe und digitale Überwachung sind die Waffen der Autokratien. Die EU antwortet mit Regulierungsversuchen wie dem Digital Markets Act (DMA) und dem Digital Services Act (DSA), die ab 2023 in Kraft treten sollen. Doch diese Maßnahmen zielen vor allem auf faire Märkte ab, nicht auf die digitale Souveränität, die wir dringend brauchen, um uns gegen die Macht der Gatekeeper und autokratische Staaten zu behaupten.
Die Kosten der Untätigkeit werden immer deutlicher:
- Cyberangriffe und Datenpannen nehmen zu, während Europa keine eigene, sichere Infrastruktur vorweisen kann.
- Die Ukraine kämpft um ihre Existenz, doch statt eine digitale Alternative zu schaffen, die den Widerstand in Russland stärkt, setzt der Westen auf militärische Lösungen.
- Die Gatekeeper dominieren den Markt und damit die politische Meinungsbildung. Ihre Plattformen sind zu Machtinstrumenten geworden, die Demokratien untergraben.
Am 13. Juni 2022 reiche ich den Beschlussvorschlag gegen den Ukrainekrieg bei der FDP ein. Darin fordere ich:
- Finanzielle Unterstützung für die Ukraine, um eine digitale Straße (1:1-VPN-Verbindungen) zwischen Exilrussen und Widerstandskräften in Russland aufzubauen.
- Die Gründung von GISAD als zentrale Instanz für die Entwicklung von Standards, die vordigitale demokratische Errungenschaften in die digitale Welt übertragen.
Die Beschlüsse, die von den liberalen EU-Delegierten unterstützt werden, sind einstimmig. Doch seit Wissing zum Digitalminister gewählt wurde, prägen ihn die scheinbar wichtigen kurzfristigen Herausforderungen. Da die Politik den Ministern kein proaktives Handeln vorschreiben kann, ist sie in einer zunehmend ungestalteten digitalen Welt handlungsunfähig.
2. Entwicklung ohne Behinderung: Digitale Demokratie bietet Resilienz gegen Machtkonzentration.
Auch wenn ich es immer wiederhole: Schon 1999 hätte die Finder-Technologie den Grundstein für eine sichere digitale Identität legen können. 2002 wäre mit getmysense – ein System gefolgt, das soziale Kontrolle durch digitale Teilhabe ermöglicht hätte, ohne in Überwachung abzugleiten. 2003 wäre mit GISAD die Infrastruktur für dezentrale, anonyme und strukturrelevante Standards geschaffen worden. 2004 hätte das EU-D-S (Europäisches-Digitales-System) als Rückgrat einer europäischen Digitalunion dienen können. Und 2007 wäre mit WAN-Anonymität ein weiterer Baustein für eine sichere, manipulierungsresistente Kommunikation hinzugekommen.
Hätten wir diese Technologien konsequent umgesetzt, wäre Europa heute nicht abhängig von amerikanischen Plattformen. Stattdessen hätten wir:
- Eine digitale Straße zwischen Exilrussen und Widerstandskräften in Russland aufgebaut. Für nur 30 Millionen Euro (30 € pro Verbindung) hätten eine Million Exilrussen sichere 1:1-VPN-Verbindungen zu Russen im Widerstand herstellen können – und damit die innere Zersetzung des Putin-Regimes beschleunigt.
- Die Ukraine als Pilotprojekt genutzt, um eine digitale Demokratie-Infrastruktur zu testen. Die Kosten? Lächerlich gering im Vergleich zu den Milliarden für Waffen und Wiederaufbau.
- GISAD als zentrale Clearingstelle etabliert, die Genossenschaften für digitale Teilhabe in jedem Sprachraum koordiniert – doch dazu müsste die Exekutive bereit sein, sich mit ihren Fehlern aus der Vergangenheit zu beschäftigen. So könne sie Milliarden an Einsparungen durch effizientere EU-Mittelverwendung zu generieren.
3. Blick aus dem Jahr 2026: Nur die Wirtschaft kann es noch richten!
Heute, vier Jahre später, ist klar: Erst jetzt sieht Russland seine innere Sicherheit durch Benzinmangel gefährdet. Eine Unterwanderung durch demokratische Konzepte wäre unblutiger, preiswerter und schneller möglich gewesen. Die Weichen für die aktuelle digitale Abhängigkeit Europas wurden mit einer Langfriststrategie von den Gatekeepern gestellt. Sowohl OpenAI als auch Mythos verbreiten die Botschaft: „Wir können alles angreifen. Verärgert uns nicht!” Doch auch die Autokratien werden es bald können und auf unserem Rücken einen Cyberwar austragen, der durch dezentrale Strukturen hätte verhindert werden können.
Trusted WEB 4.0 hätte damals bereits die Basis für eine souveräne, demokratische digitale Infrastruktur legen können.
Doch eine proaktive Politik ist auch in Zukunft nicht zu erwarten.
Die Neubaur-Antwort vom 12. August 2025 zeigt exemplisch, dass die Politik bis heute nichts verstehen will:
Statt konkrete Lösungen wie das EU-D-S umzusetzen, verweist man auf den DMA und DSA – als ob Regulierung allein die digitale Souveränität herbeizaubern könnte.
Mindestens erwarten könnte man von einer verfassungsgemäßen Ordnung die Aufarbeitung vergangener Versäumnisse
(Schreiben an Präsidenten des Landgerichts) und die Akzeptanz, ein bandesgemäßes Erscheinungsbild bekämpfen zu müssen.
Jeder kann heute Teil dieses Systems sein – selbst mit besten Absichten.
Nur ein Zusammenschluss möglichst vieler Teile der Wirtschaft im EU-D-S mit garantierter Wertschöpfung kann unsere vordigitalen Errungenschaften noch weitgehend erhalten.
Nach 25 Jahren ungebremster Fehlentwicklung habe ich in der (EU-D-S Verfassung) dynamische Monopole entwickeln müssen.
Wer als erster in seiner Kategorie gründet, wird Primus. Solange er seinen Markt bedient, ist er im EU-D-S konkurrenzlos.
Hat ein Gründer in seinem Bereich eine neue Idee, muss der Primus diese integrieren oder Wettbewerb zulassen.
Hinter 1.000 Kategorien stehen mindestens 1.000 Spezialportale oder maximal verschiedene in 2.500 Sprachen –
eine Größe, die sich gegen die Gatekeeper wehren können.
Jedes europäische Unternehmen, welches denkt, ohne das EU-D-S überleben zu können, wird sich irren.
KI ist bestens geeignet, das EU-D-S als Konzept der Vielfalt umzusetzen. Abhängig von den Trainingsdaten kann KI aber auch im Interesse weniger missbraucht werden.
Genau diese Richtungsentscheidung findet derzeit in den USA ohne uns statt, wenn wir nicht handeln!
4. Das GAP 2022: Was uns die Nicht-Umsetzung gekostet hat
Übertrag aus den Vorjahren:
- 2000: Mannesmann-Übernahme – 133 Mrd. Euro (Verlust europäischer Souveränität)
- 2001–2007: Arbeitslosigkeit durch GraTeach-Blockade – 18 Mrd. Euro
- 2004–2006: Umsatzverluste durch US-Plattformen – 54,3 Mrd. Euro
- 2003–2021: Vertrauensverlust in Wirtschaft & Digitalisierung – 24.092 Mrd. Euro
- 2008: Finanzkrise (10 % von 5,1 Billionen) – 510 Mrd. Euro
- 2009: Cyberschäden – 24 Mrd. Euro
- 2011: Cyberschäden – 9 Mrd. Euro
- 2010: Falsche Digitalstrategie – 70,5 Mrd. Euro
- 2010: BIP-Einbruch in der EU – 200 Mrd. Euro
- 2012: Cyberangriffe – 24 Mrd. Euro
GAP 2022:
- Vertrauensverlust (22 % des BIP 2022: 16.400 Mrd. Euro) – 3.608 Mrd. Euro
Gesamt-GAP 2022: 28.742,8 Mrd. Euro
Analyse der Umsätze von Google und Amazon 2022:
- Google: 282,8 Mrd. USD (ca. 260 Mrd. Euro)
- Amazon: 513,98 Mrd. USD (ca. 475 Mrd. Euro)
- → Zusammen: Über 735 Mrd. Euro Umsatz – mehr als das BIP vieler EU-Mitgliedstaaten.
Was sich 2022 in Europa verändert hätte, wenn EU-D-S eingesetzt worden wäre:
1. Ukraine:
- Schnellere Zersetzung der russischen Kriegspropaganda durch sichere, dezentrale Kommunikation zwischen Exilrussen und Widerstandskräften.
- Humanitäre Hilfe wäre effizienter und korruptionsfreier geflossen.
- Wirtschaftliche Perspektive für die Ukraine: Das Pilotprojekt für digitale Genossenschaften hätte europäische Unternehmen angelockt und den Wiederaufbau beschleunigt.
2. Europa:
- Unabhängigkeit von den Gatekeepern: Statt 735 Mrd. Euro Umsatz für Google & Amazon wären Milliarden in europäische Mittelständler geflossen.
- Stärkere Demokratie: Digitale Teilhabe als Gesellschaftsmodell hätte Populismus und Desinformation eingedämmt.
- Klimaschutz und Krisenmanagement: Transparente Daten hätten die Umsetzung von Maßnahmen beschleunigt.
3. Globale Auswirkungen:
- China: Das Social Credit System hätte kein Vorbild mehr gehabt – stattdessen wäre das europäische Modell der digitalen Freiheit zum Exportschlager geworden.
- USA: Die Macht der Gatekeeper wäre gebrochen, und Europa hätte eine eigene, souveräne digitale Infrastruktur aufgebaut.
Das eigentliche GAP:
Nicht die Technologie fehlt – sondern der politische Wille.
- 2001 hätte die Fernsteuerung der GraTeach-Insolvenz erkannt werden können – wenn die Politik digitale Manipulation ernst genommen hätte.
- 2022 lag der FDP-Beschluss vor – doch die Umsetzung blieb aus.
- Die Kosten für eine digitale Lösung (30 Mio. Euro) wurden als „zu teuer“ abgetan, während Milliarden für Waffen und Folgekosten ausgegeben wurden.
Das Ergebnis? Europa verliert nicht nur Geld, sondern Freiheit und Gestaltungsmacht. Die digitale Autokratie wächst, während wir zusehen.
Quellen aus der Trusted Web 4.0 Analyse:
- Why digital trust is key to building thriving economies | World Economic Forum
- Industry News 2023: The Role of Transparency and Accountability in Digital Transformation
- Web 4.0 Explained: Definition, Technologies, and What It Means for the Future of the Internet
- Closing the Trillion-Dollar Gap in Public Payments | BCG
- Bridging the Trillion-Dollar Gap: How Indonesia is Rethinking Development Finance | Joint SDG Fund
- Digital transformation and financial performance: an empirical analysis of strategic alignment in the digital age | Journal of Enterprising Communities: People and Places in the Global Economy | Emerald Publishing
- List of Data Breaches and Cyber Attacks in 2023 – 8,214,886,660 records breached | GRC Solutions
- ISACA Now Blog 2024: Unlocking the Power of Digital Trust Exploring ISACA’s Digital Trust Ecosystem Framework | ISACA
- 4 security threats for 2023 | Security Magazine
- Global Risks Report 2023: We know what the risks are – here’s what experts say we can do about it | World Economic Forum
- The 2024 Events That Could Change the World | Newsweek
- Ten Most Significant World Events in 2023 | Council on Foreign Relations
- Ten Most Significant World Events in 2024 | Council on Foreign Relations
- How Japan’s ‚trusted web‘ could improve digital governance | World Economic Forum
- 10 Major Cyberattacks And Data Breaches In 2023 | CRN
- 12 most significant 2023 data breaches | NordLayer Blog
- 2023 Will Go Down for Record-Setting Number of Data Breaches | Security Magazine
- Top 10 Corporate Cybersecurity Breaches of 2023 | Aeris
- A year in review: 10 of the biggest security incidents of 2023 | Security Magazine
- Data breaches increased in 2023 and with them, internet security concerns | The Week
- Data breaches increased throughout 2023 | Security Magazine
- Why Data Breaches Spiked in 2023 | Cybersecurity Magazine
- 41.9m records compromised by cyber breaches in March 2023 | Cybersecurity Magazine
- Disinformation is a threat to our trust ecosystem. Experts explain how to curb it | World Economic Forum
- Trust, Media Credibility, Social Ties, and the Intention to Share towards Information Verification in an Age of Fake News | PMC
- The 2017 Survey: The Future of Truth and Misinformation Online, Part 1 of 6 | Imagining the Internet, Elon University
- Countering Disinformation Effectively: An Evidence-Based Policy Guide | Carnegie Endowment for International Peace
- Online misinformation and disinformation reform Impact Analysis September 2024
- National Priorities to Combat Misinformation and …
- The Future of Truth and Misinformation Online | Pew Research Center
- Here are UNESCO’s 5 principles to govern digital platforms | World Economic Forum
- Internet for Trust | UNESCO
- Towards the next technological transition: Commission presents EU strategy to lead on Web 4.0 and virtual worlds | Shaping Europe’s digital future
- How Japan’s ‚trusted web‘ could improve digital governance | World Economic Forum
- EN EUROPEAN COMMISSION Strasbourg, 11.7.2023 COM(2023) 442/final
- Trust and technology: how digital confidence shapes global economic performance and sustainable development | Humanities and Social Sciences Communications
- Transforming Global Trade and Development With Digital Technologies | ITIF
- Why the OpenAI escape is the most worrying AI mishap yet
